Hinweis zum Kremationsprozess

Bei der Einäscherung eines Verstorbenen fallen verschiedene metallische Kremationsrückstände an:

  • mit der Einlieferung aus nicht fest mit dem Körper verbundenen Wertgegenständen und Metallen (Zahnersatz, Uhren, Ringe, Schmuckketten, Ohrringe usw.), die vor der Überführung in eine Kühlzelle bzw. vor der Einäscherung problemlos durch den Totenfürsorgeberechtigten oder seinen Bevollmächtigten entfernt werden können, 

    sowie

  • nach der Einäscherung und nach dem Separationsvorgang in der Aschenmühle aus medizinischen körpereigenen Implantaten (Gelenke, Schrauben, Platten, Stabilisierungen usw.), Zahnersatz (Zahnfüllungen, Kronen usw.) und Sargbestandteilen (Nägel, Schrauben, Metallbeschläge, Winkel usw.).

Während eines Einäscherungsvorgangs kommt es zum vollständigen Abbau der organischen, kohlenstoffhaltigen Substanz des menschlichen Körpers. Die Komplexität der technischen Anlagen eines Krematoriumsofens, mit festen und bewegten Bauteilen im Hochtemperaturbereich, und einer Aschenmühle bzw. -abfüllanlage kann dazu führen, dass gerade kleine Metallteile (< ca. 0,5 cm) zurückbleiben und erst bei einem späteren Kremationsvorgang ausgetragen werden oder im Ofeninnenraum bzw. auf anderen Metall- oder Schlackenteilen als geschmolzene Partikel anhaften. Eine eindeutige und vollständige Zuordnung zu einem speziellen Bestattungsvorgang ist auf Grund der Art des Kremationsprozesses bzw. technischer Zwänge in einer Einäscherungsanlage / Aschenmühle daher technisch nicht möglich. Größere Metallteile können dagegen dem Verstorbenen zugeordnet, grundsätzlich aber nicht in einer Aschemühle zerkleinert und in eine Urne abgefüllt werden.


Totenfürsorgeberechtigte haben gemäß § 958 BGB ein Aneignungsrecht an nicht mehr in fester Verbindung zu menschlichen Rückständen stehenden Kremationsrückständen, sofern der Verstorbene als letzten Willen nichts anderes bestimmt hat.

Jeder Totenfürsorgeberechtigte muss daher auf dem Auftrag zur Durchführung einer Einäscherung die Entscheidung treffen, ob das Krematorium die unverbrennbaren, anorganischen Bestandteile

entweder

  1. verwerten und einen ggf. entstehenden Verwertungserlös dem Gebührenhaushalt des Krematoriums als Ertrag gutschreiben darf

    oder

  2. der Urne – soweit sie in die Urne passen – zur Bestattung beigefügen soll

    oder

  3. dem Totenfürsorgeberechtigten aushändigen soll.


Für den zusätzlichen Aufwand bei den Ziffern 2. und 3. wird eine entsprechende Gebühr erhoben.
In der Regel wird dieses Aneignungsrecht auf das Krematorium übertragen. Dort erfolgt dann eine manuelle und technische Trennung sowie ökologische Verwertung der metallischen Kremationsrückstände gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG). Die daraus erzielten Erlöse dienen ausschließlich der Minderung der Gebühren für eine Einäscherung im denkmalgeschützten Eduard-Müller-Krematorium.

(Bei sämtlichen Fotos, auf denen ein Sarg zu sehen ist, wurde ein leerer Sarg verwendet)