Hilfestellung & Ratgeber im Todesfall

Ein Todesfall bedeutet immer eine Ausnahmesituation für die Hinterbliebenen – egal ob der Tod sich im Vorfeld ankündigte oder plötzlich eintrat. Sie haben nach einem Todesfall in der Familie eine Vielzahl von Entscheidungen zu treffen. Dazu kommt eine ganze Reihe von bürokratischen Angelegenheiten, die es zu erledigen gilt.

Ihre ersten Handlungen sollten die Verständigung der Angehörigen und Freunde, eines Arztes (beim Tod zuhause) und eventuell eines Seelsorgers oder Trauerbegleiters sein. Bedenken Sie bitte, dass Verwandte und Freunde sicherlich gerne Unterstützung geben und Sie sich nicht alleine um alles kümmern müssen. 
Stimmen Sie mit den nächsten Angehörigen das weitere Vorgehen ab. 

 

Weitergehende Information finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherinitiative Aeternitas unter www.aeternitas.de.

Verständigen Sie einen Arzt, nach Möglichkeit den jeweiligen Hausarzt oder aber den diensthabenden Arzt. Dieser stellt den Totenschein aus. Bei einem Todesfall in einem Heim oder Krankenhaus wird sich die dortige Verwaltung darum kümmern.

Der Arzt beurkundet mit dem Totenschein den Tod eines Menschen. Nach gründlicher Untersuchung des Verstorbenen werden die Personalien sowie Zeitpunkt und Ort des Todes festgehalten. Dazu vermerkt der Arzt – wenn möglich – eine Todesursache und die Todesart, also ob es sich um einen natürlichen oder unnatürlichen Tod handelt. Für den Totenschein werden Gebühren fällig, die sich nach der Gebührenordnung für Ärzte richten. Die Rechnung erhalten Sie vom Arzt direkt oder über den Bestatter.
Mit dem Totenschein beantragen Sie oder der von Ihnen beauftragte Bestatter beim Standesamt die Sterbeurkunde, möglichst in fünffacher Ausführung. Die Sterbeurkunde ist zum Beispiel wichtig für die Friedhofsverwaltung bei der Wahl des Grabes oder für die Testamentseröffnung.

Suchen Sie, sobald Sie die Zeit dafür finden, nach letztwilligen Verfügungen des Verstorbenen hinsichtlich seiner Bestattungswünsche sowie nach Sterbegeldversicherungen, Lebensversicherungen, Bestattungsvorsorgeverträgen und Dauergrabpflegeverträgen. Diese Unterlagen helfen Ihnen zum einen bei der Organisation der Bestattung und zum anderen auch bei den anfallenden Kosten, falls der Verstorbene eine finanzielle Vorsorge getroffen hat. In den Unterlagen sollten Sie auch die jeweiligen Ansprechpartner finden.
Finden Sie ein Testament, öffnen Sie es nicht, sondern bringen es zum Amtsgericht. Es kann sonst seine Gültigkeit verlieren.

Der Bestatter ist nach einem Trauerfall einer Ihrer wichtigsten Ansprechpartner. Deshalb sollten Sie mit Sorgfalt den für Sie passenden Anbieter auswählen. Es liegt dann in Ihrem Ermessen, in welchem Umfang Sie die breite Palette an angebotenen Leistungen in Anspruch nehmen oder auch einiges selbst erledigen.

Beachten Sie bei der Bestattersuche die folgenden Fragen: Fühlen Sie sich wohl bei dem Bestatter? Haben Sie das Gefühl, dass nach Ihren Wünschen gefragt wird, dass der Verstorbene als Individuum im Mittelpunkt steht und dass der Bestatter Ihnen nicht gegen Ihren Willen sein "Standard­paket" verkaufen will? Vergessen Sie nicht, dass Sie zufrieden sein müssen und dass der Bestatter Sie unterstützen muss.

Weil man als trauernder Hinterbliebener in der psychischen Ex­tremsituation leicht den Überblick verliert, sollte bei dem Besuch bei einem Bestatter eine befreundete Person dabei sein, die nicht so stark von der Trauer befangen ist. Das erleichtert klare Absprachen und schafft Sicherheit.

Empfehlungen von Freunden und Verwandten, die mit einem Bestatter gute Erfahrungen gemacht haben, sind immer hilfreich.

Zum Abschied von einem Verstorbenen kann die Aufbahrung noch vor der Trauerfeier gehören. Der offene oder geschlossene Sarg mit dem Verstorbenen wird meistens geschmückt mit Blumenschmuck und Kerzen – auf einem Podest oder ähnlichem aufgestellt. Am aufgebahrten Sarg bietet sich dann die Gelegenheit zu beten und in Stille des Verstorbenen zu gedenken.

Die Tradition der Aufbahrung wird gepflegt und kann ein einprägsames Element des Abschieds sein. Ob eine Aufbahrung öffentlich oder nur für den engen Familienkreis zugänglich stattfindet, liegt im Ermessen der Angehörigen. Der Bestatter hilft Ihnen bei der Durchführung.

Die Trauerfeier dient zum einen der Abschiednahme vom Verstorbenen, zum anderen würdigt und wertschätzt sie dessen Leben und die Persönlichkeit. Eine persönliche und gefühlvolle Trauerfeier ist für die Hinterbliebenen eine wertvolle Hilfe auf dem Weg durch die Trauer.

Eine Trauerfeier will sorgfältig geplant sein. Folgendes sollten Sie im Vorfeld klären: Terminabsprachen, Traueranzeigen und Trauerkarten, Blumenschmuck, Gottesdienst, Trauerrede und die musikalische Untermalung. Die formalen Aufgaben kann der Bestatter für Sie regeln. Ein Großteil der Absprachen und Organisation findet unter den Angehörigen statt.

Überlegen Sie, wen Sie zur Trauerfeier einladen wollen und machen Sie eine Gästeliste mit den Adressen. Achten Sie darauf, dass Sie niemanden vergessen. Planen Sie dementsprechend den Umfang der Trauerfeier. Wenn Sie einen Überblick über die Anzahl der Gäste haben, überlegen Sie, ob und wo diese gegebenenfalls übernachten sollen. Gleichzeitig muss auch die eventuelle Verpflegung der Gäste sicher gestellt sein. Unterstützung bei der Planung finden Sie bei Freunden, beim Bestatter und bei den Gastwirten.

Nach der Trauerfeier bietet das Grab einen Ort, an dem sich der Abschied, das Loslassen intensiv erleben lässt. Sie können in Absprache mit Bestatter, der Friedhofsverwaltung und – falls in die Feierlichkeiten eingebunden – dem Trauerredner oder Geist­lichen eigene Wünsche umsetzen.

Die Angehörigen führen den Trauerzug an. In den meisten Fällen werden Sarg oder Urne von Friedhofsmitarbeitern vor den Angehörigen hergetragen und in das Grab abgesenkt.

Der gemeinsame Gang zum Grab bringt die Anteilnahme an der Trauer der Hinterbliebenen zum Ausdruck. Es wird verdeutlicht, dass der Verstorbene einen Weg vorausgeht, der uns allen noch bevorsteht. Gleichzeitig wird uns aber auch deutlich, dass wir leben. Deswegen empfiehlt es sich, diesen Weg bewusst und schweigend, in stiller Reflexion, zu gehen.

Für die Angehörigen ist der Moment, in dem der Sarg bzw. die Urne abgesenkt wird, sehr emotional. Das offene Grab mit dem abgesenkten Sarg bzw. der abgesenkten Urne zeigt noch einmal, dass der geliebte Mensch nun endgültig in den großen Kreislauf vom Werden und Vergehen zurückgegeben wird. Unbestritten ist, dass die Grablegung schmerzlich ist und doch ist dieser Anblick wichtig und hilfreich auf dem Weg durch die Trauer. Man hat wirklich gesehen, dass der geliebte Mensch auch in dem für ihn ausgewählten Grab zur letzten Ruhe gebettet wird.

Folgende Unterlagen sollten Sie im Sterbefall für die Formalitäten mit dem Bestatter, der Friedhofsverwaltung und den Versicherungen be­­reithalten. Es empfiehlt sich, diese Dokumente in einem Ordner aufzubewahren, der im Todesfall schnell und einfach aufzufinden ist:

  • Personalausweis des ­Verstorbenen.
  • Totenschein.
  • Urkunden, die den Familienstand des Verstorbenen belegen können: Geburtsurkunde (bei Ledigen), Stammbuch oder die Heiratsurkunde (bei Verheirateten), rechtskräftiges Scheidungsurteil und die Heiratsurkunde oder das Stammbuch (bei Geschiedenen), Stammbuch mit Sterbeeintrag des Ehepartners oder Heiratsurkunde und Sterbeurkunde des Ehepartners (bei Verwitweten).
  • Wenn vorhanden: 
    Versichertenkarte bzw. Krankenscheinhefte, Bestattungsvorsorgevertrag, Versicherungsunterlagen, Rentennummer, Willenserklärung zur Feuerbestattung und zur Grabmalauswahl.

Ein Todesfall ist mit einer Vielzahl an Formalitäten verbunden. Damit Sie die Übersicht bewahren und nichts vergessen, gibt die nachfolgende Liste – gegliedert in vier Hauptbereiche – die wichtigsten Punkte wieder, an die Sie denken sollten. Viele Bestatter bieten hier auch ihre Hilfe bei der Erledigung aller Formalitäten an.

1. Ämter/Arbeitsstelle

  • Sterbeurkunde beim zuständigen Standesamt (Sterbeort und nicht Wohnort!) in fünf­facher Ausfertigung ausstellen lassen. Für die Antragstellung brauchen Sie Personalausweis, Geburtsurkunde, Totenschein und Familienstammbuch des Verstorbenen, bzw. Scheidungs- oder Sterbeurkunde des Ehegatten.
  • Als Erbe den Erbschein beim zuständigen Nachlassgericht beantragen. Testament eröffnen lassen, evtl. Notar einschalten.
  • Finanzamt innerhalb von drei Monaten über die Erbschaft informieren. (Antrag auf vorzeitigen Lohnsteuerjahresausgleich).
  • Den Sterbefall beim Arbeitgeber melden. 

2. Wohnung/Hausrat

  • Haustiere versorgen.
  • Blumen und Pflanzen versorgen.
  • Besitz von Haus-/Wohnungsschlüsseln regeln.
  • Heizung regulieren.
  • Gas /Wasser abstellen.
  • Fenster schließen.
  • Stecker ziehen.
  • Wohnung kündigen.
  • Telefon-, Internet- und Handyvertrag kündigen.
  • Post umbestellen.
  • Auto abmelden und Kfz-Versicherung kündigen. 

3. Vermögen/Rente/Versicherungen

  • Daueraufträge bei Banken/Sparkassen ändern.
  • Fälligkeit von Terminzahlungen.
  • Nachricht an Kreditgeber.
  • Eventuell Notar oder Rechtsanwalt einschalten.
  • Eventuell Steuerberater einschalten.
  • Versicherungsgesellschaften benachrichtigen.
  • Abrechnung mit der zuständigen Krankenkasse und ggf. mit der Berufsorganisation.
  • Abrechnung mit den Lebensversicherungen, bzw. Sterbekassen.
  • Meldung des Todes beim Rentenservice der Deutschen Post AG (per Brief oder bei Post-Filiale).
  • Antrag auf Rentenvorschuss für Witwen/Witwer beim Rentenservice der Deutschen Post AG (dreifache der für den Sterbemonat gezahlten Rente) innerhalb eines Monats.
  • Antrag auf Witwen-/Witwer­rente beim Rentenversicherungsträger (Deutsche Rentenversicherung) oder Versicherungsamt der Stadt-/Gemeindeverwaltung.
  • Bei Beamtenversorgung: Beantragung der Versorgungsbezüge bei zuständiger Dienstbehörde und Zusatzversicherung im öffentlichen Dienst.
  • Haftpflicht-, Hausrat- und Krankenversicherung kündigen oder auf den Namen des hinterbliebenen Ehepartners umschreiben.
  • Die Neuversicherung von Familienangehörigen bei der Krankenversicherung regeln.

 

4. Mitgliedschaften/Dienstleistungen

  • Kündigung von Mitgliedschaften bei Vereinen.
  • Regelmäßige Lieferungen oder Dienstleistungen (zum Beispiel Lebensmittel) abbestellen.
  • Zeitungen und Zeitschriften abbestellen.
  • Ausgeliehene Gegenstände wie Bücher oder Filme zurückbringen.
  • Internetseiten und E-Mail-Adressen löschen oder verwalten.

Sie müssen einen Todesfall spätestens am dritten auf den Tod folgenden Werktag beim Standesamt anzeigen, in dessen Bereich der Todesfall eingetreten ist. Zur Anzeige verpflichtet sind die nachfolgend aufgeführten Personen bzw. Institutionen in dieser Reihenfolge:

  • Jede Person, die mit dem Verstorbenen in häuslicher Gemeinschaft gelebt hat.
  • Die Person, in deren Wohnung sich der Sterbefall ereignet hat.
  • Jede andere Person, die bei dem Tod zugegen war oder von dem Sterbefall aus eigenem Wissen unterrichtet ist.
  • Beim Tod in einer öffentlichen oder privaten Einrichtung (Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime) neben den vorstehend genannten Personen auch der Träger der Einrichtung.
  • Wenn ein Anzeigepflichtiger nicht vorhanden oder sein Aufenthaltsort unbekannt ist, die Gemeinde (hier das Ordnungsamt), in deren Bezirk der Leichnam aufgefunden wurde.


Mit der Anzeige eines Todesfalls ist dem Standesamt Folgendes vorzulegen:

  • die Ehe- oder Lebenspartnerschaftsurkunde der letzten Ehe oder Lebenspartnerschaft des Verstorbenen oder gegebenenfalls ein Nachweis über die Auflösung,
  • die Geburtsurkunde des Verstorbenen, wenn keine Ehe oder Lebenspartnerschaft bestand,
  • ein Nachweis über den letzten Wohnsitz des Verstorbenen,
  • eine ärztliche Bescheinigung über den Tod (Totenschein).


Der zuständige Standesbeamte vermerkt den Todesfall im Sterberegister. Er kann auch veranlassen, dass die vorliegenden Angaben überprüft werden. Eine Eintragung darf erst erfolgen, wenn feststeht, dass keine amtlichen Ermittlungen über den Tod durchgeführt werden.

Das Standesamt kann die Vorlage weiterer Urkunden verlangen, wenn dies zum Nachweis von Angaben erforderlich ist. 
Die Gebühren für eine Sterbeurkunde liegen in Hagen bei 10 Euro für das erste Exemplar und 5 Euro für jedes ­weitere Exemplar (Stand Dezember 2015).